Viel Nachdenkliches auf dem Neujahrsempfang der Neurieder Grünen
Gut besucht war er, der diesjährige Neujahrsempfang der Neurieder Grünen. Rund 150 Menschen aus Neuried und den umliegenden Gemeinden fanden den Weg in die Grundschule Neuried um Dr. Anton Hofreiter, den grünen Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, reden zu hören. Musikalisch umrahmt wurde das Programm von der Band Saxophon and friends der Neurieder Musikschule.
Durchs Programm führte gewohnt locker der Ortsvorsitzende der Grünen Werner Schuegraf. Hinterfragen müsse man schon, wenn Politiker davon redeten: „Wir sind verdammt gut unterwegs.“ Wir sind verdammt, klingt erst mal nicht so toll. Verdammt gut – sagt man so dahin. Und unterwegs sein ist ja schön, aber wohin unterwegs, das sei doch die eigentliche Frage?

Uta Hirschberg, ebenfalls Vorstandsmitglied der Neurieder Grünen, erinnerte an ihre vergebliche Suche nach einer Ortsmitte, als sie vor 15 Jahren zuzog. Aus der ersten Enttäuschung entwickelte sich schnell eine enge Bindung an den Ort. Wodurch? Durch das lebendige Dorfleben, die Vereine, die Feste, das Miteinander.
Diese Gemeinschaft, das vielfältige Vereinsleben zu erhalten, trotz der schwierigen Haushaltslage der Gemeinde, ist eines der Ziele, die die Grünen Neuried umtreibe, so Hirschberg. Letztlich sei es das ehrenamtliche Engagement vieler, die Neuried zu einem lebenswerten Ort machen, der ihn zu mehr mache als zu einer Schlafstätte vor den Toren der Großstadt.
Die Neugestaltung der Ortsmitte samt Wohnraum auch für Normalverdiener, und Mobilitätskonzepte, die Fahrradfahrer und Fußgänger gleichberechtigt berücksichtigen, ständen neben dem Dauerbrenner Energie, im Mittelpunkt der Arbeit der Grünen hier in Neuried. Bei allem sei das Einbinden der Ideen, Wünsche und Vorstellungen von den Neuriederinnen und Neuriedern den Grünen ein besonderes Anliegen.
Dr. Anton Hofreiter, als „Wuiderer“ von Schuegraf vorgestellt, schlug im Rückblick auf das Jahr 2016 erstaunlich ruhige und nachdenkliche Töne an. Vieles sei für die Demokratie nicht zum Besten gelaufen im vergangenen Jahr. Von Trump über Erdogan und Urban, immer mehr Demokratien ständen auf der Kippe. Und für die Wahlen in Frankreich und Deutschland dieses Jahr müsse man hoffen, dass sich die demokratischen Kräfte nicht einschüchtern lassen sondern gegen die zersetzenden, undemokratischen Kräfte antreten. Demokratie müsse gelebt werden, gerade auch in den Kommunen, nur dann könne sie Bestand haben, mahnte Hofreiter.
Endlich ernst nehmen müsse die Politik den Klimawandel. Eine um 2 Grad höhere Durchschnittstemperatur bedeute eben nicht nur immer öfter angenehme 28 Grad im Biergarten, sondern das Abschmelzen von Gletschern, die Zunahme von Wirbelstürmen, das Ansteigen der Meeresspiegel. Als Wissenschaftler wisse er, dass der Planet die Klimakatstrophe überleben werde, der Planet habe Millionen von Jahren Zeit, sich zu regenerieren. Keine Zeit aber habe der Mensch, der drauf und dran sei, seine eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Dabei hätten wir alle technischen Lösungen zur Hand, den CO2 Ausstoß zu minimieren. Die Politik müsse sich nur endlich trauen, auch gegen mächtige Lobbyisten, die richtigen politischen Rahmenbedingungen zu setzen.
Kurz streifte Hofreiter in seiner eindringlichen Rede auch die Zusammenhänge zwischen den Höfesterben hier bei uns in Bayern, dem Verfall der Agrarpreise auf dem Weltmarkt und der Zerstörung der kleinbäuerlichen Strukturen u.a. in Ghana. Dieser Wahnsinn kostet uns Steuerzahler jährlich 6,3 Milliarden für EU Agrarsubventionen. Nur 4 % der größten Betriebe erhielten 25 % dieser Gelder. Wer kleinbäuerliche Strukturen erhalten und regionale erzeugte Lebensmittel fördern wolle, der müsse diese Strukturen ändern. Und die Kleinbauern in Afrika, deren landwirtschaftliche Betriebe durch unsere Billigexporte in die Pleite getrieben würden, die so ihre Lebensgrundlage verlieren, diese verzweifelten Menschen sind letztlich auch die, die mit falschen Hoffnungen bei uns als sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge strandeten. “Machen wir uns doch nichts vor, wir müssen diese Zusammenhänge ernsthaft verändern“, so Hofreiter.
Er glaube an Europa, so Hofreiter abschließend. Und eigentlich sei doch vieles ermunternd, wir haben die Technik um uns mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Deutschland könne ein stolzes Vorbild sein für eine nachhaltige, vorwärtsgewandte Lebensweise, beispielgebend für viele. Andere Länder würden sich durchaus an uns orientieren. Es könne funktionieren, nur machen müssten wir es eben. In diesem Sinne sehe er zuversichtlich auf das vor uns liegende Jahr 2017.
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