Am Montag, 30. April 1945 rückten die amerikanischen Truppen auf München vor. Dabei durchquerten sie gegen 17:00 nachmittags von Planegg kommend Neuried. Laut Neurieder Chonik war es ein Zwangsarbeiter, der als erster der Panzerspitze entgegentrat. Anschließend kamen einige Neurieder, die sich im Keller der Schule (heute: Bauamt, Planegger Str. 2) verschanzt hatten auf die Straße und näherten sich mit weißen Tüchern den Amerikanern. Das war durchaus noch gefährlich, besonders da man mit Racheakten von SS-Leuten oder unverbesserlichen Nazis aus dem Hinterhalt rechnen musste.
Neben einer Zeitzeugenaussage von Margarete Stemmer in der Neurieder Chronik (S. 120) gibt es noch eine zweite Darstellung der Ereignisse von Marie Deubler. Demnach war die Lage in Neuried insofern sehr kritisch, als einige SS-Männer eine Verteidigungsstellung in Neuried aufzubauen beabsichtigten. Der Neurieder Norden, wo Marie Deubler wohnte, und das Schloss Fürstenried, das als Lazarett genutzt wurde, wären dann in die Schusslinie geraten. Einigen beherzten Neuriedern gelang es gemeinsam mit dem ärztlichen Leiter des Fürstenrieder Lazaretts, Prof. Max Lebsche (1886-1957) noch rechtzeitig, die SS zur Aufgabe ihrer Stellung zu bewegen.
In Forstenried dagegen ließ sich der kommandierende Oberstleutnant nicht beirren und versuchte gegen den Widerstand der Bevölkerung den Einmarsch der Amerikaner mit Flak-Beschuss aufzuhalten. Diese völlig unsinnige Aktion forderte ein weiteres Todesopfer sowie einige Verletzte und Zerstörungen.
Der 30. April markiert also für Neuried und München das Ende des Zweiten Weltkriegs und zugleich das Ende der 12-jährigen Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten.
Die Stadt München gedenkt an den „Tag der Befreiung“ durch weiße Fahnen am Marienplatz und anderen Orten. Zugleich wurde die Bevölkererung aufgerufen, zum Gedenken an das Ende der Naziherrschaft ebenfalls weiße Tücher aus den Fenstern zu hängen. Die Gemeinde Neuried hat sich diesem Aufruf angeschlossen. Anbei eine Auswahl von weißen Fahnen an den Häusern von Neurieder Grünen am 30. April 2020:
Hinter dem letzten Fenster erkennt man schemenhaft den Neurieder Bürgermeister Harald Zipfel.

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